China and the 2008 Olympic Games : German
Über China und die Olympischen Spiele 2008:
Offener Brief an Darfur Aktivisten und Fürsprecher---
Eric Reeves
10. Februar 2007
Es sieht so aus, als ob schon bald eine flächendeckende, organisierte Kampagne im großen Stil gestartet wird, um die Komplizenschaft Chinas im Darfur-Genozid aufzuzeigen. Aber es mehr als überfällig darüber nachzudenken wie die kreative Energie von Studenten und anderen Darfur-Aktivisten in dieser wegweisenden Initiative angezapft werden kann. Es reicht einfach nicht mehr aus, grüne Armbänder zu verkaufen und Briefe aufzusetzen an die, die sich damit zufrieden geben, dass die zentrale Herausforderung umgangen statt angegangen wird: es geht darum, die Dynamik der internationalen diplomatischen Beziehungen dahingehend zu verändern, dass es zu einem internationalen Friedenseinsatz in Darfur kommt, der ausreichenden Schutz für Zivilisten und Hilfsorganisationen gewährleistet. Ohne diese Sicherheit werden sich mehr und mehr Hilfsorganisationen zurückziehen and weitere Hunderttausende werden ihr Leben lassen müssen.
Es ist höchste Zeit, China öffentlich zur Verantwortung zu ziehen und von der Pekinger Regierung, die die Olympischen Sommerspiele 2008 und damit das internationale Event schlechthin ausrichtet, zu fordern sich als verantwortungsbewusste internationale Partner zu zeigen. Der Werbeslogan Chinas für die Olympischen Spiele, „One world, one dream“ („eine Welt, ein Traum“), ist entsetzlich ironisch, wenn man Pekings Komplizenschaft im Darfur-Genozid bedenkt (für weitere Informationen über Chinas Ausrichtung der Olympischen Spiele: http://www.olympic.org/uk/games/beijing/index_uk.asp).
Der chinesischen Führung muss klar sein, dass sie sich auf eine extrem heftige, unerbittliche und allgegenwärtige Demütigungskampagne einzurichten hat, wenn sie es ablehnt, ihren konkurrenzlos politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Einfluss auf Khartum geltend zu machen, um den sicheren Einsatz der vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (Resolution 1706) beschlossenen Truppen zu gewähren.
Damit diese Aktion erfolgreich sein kann, muss sie über durch und durch internationale Eigenschaften verfügen. Der erste Schritt in diese Richtung ist es meines Erachtens, kreative Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Hauptargumente und auch weiter gefasste Analysen in eine Vielzahl von Sprachen zu übersetzen und in so viele Länder wie möglich zu exportieren. Wer den Zusammenhang zwischen China als Ausrichtungsland der Olympischen Spiele und China als stiller Teilhaber des Darfur-Genozids begreift, kann dazu gebracht werden, gegen diese fürchterlich erschreckende Doppelrolle Einspruch zu erheben. Aber man muss diese Verbindung eindeutig verstehen.
Wie geht es weiter? Wissen geht mit Macht und Verantwortung einher; daher besteht die Schlüsselaufgabe darin, Wissen denen zugänglich zu machen, denen die Rolle Chinas im Sudan im Allgemeinen und Darfur im Speziellen nicht bekannt ist. Einige mögliche Gliederungspunkte befinden sich weiter unten. Darunter befindet sich eine Analyse der jüngsten Geschäftsreise des chinesischen Präsidenten Hu nach Khartum, sowie zwei Meinungen über „Genozid-Olympia“.
Es ist wichtig, und ich vertrete diese Auffassung auch vehement, dass es sich nicht um eine Kampagne handelt, die Olympischen Spiele zu boykottieren: ein Boykott wäre kontraproduktiv und würde nur noch mehr spalten. Dazu kommt, dass ein erfolgreicher Boykott (was ohnehin extrem unwahrscheinlich ist) die politische Plattform bereinigen würde, von der aus China herausgefordert werden kann. Außerdem erreicht ein Boykott an sich nichts: die Herausforderung ist es, China in ernste Verlegenheit zu bringen, die Führung in Peking in die Verantwortung zu ziehen und ihnen zu verstehen zu geben, dass die gegenwärtige Kampagne bis zu den Eröffnungszeremonien an Stärke und Sichtbarkeit noch weiter gewinnen wird, sollte China Khartum nicht schleunigst unter Druck setzen.
Auch die Sportler sind nicht Ziel der Kampagne. Sicherlich können sie dazu ermutigt werden, einen grünen Streifen auf ihrer Sportlerkleidung zu tragen, in welcher Größe sie sich das auch immer zutrauen, um ihrer Unterstützung für die Menschen in Darfur Ausdruck zu geben. Und sicherlich sollten sie auch dazu ermutigt werden öffentlich über Darfur zu sprechen. Aber die olympischen Athleten sind nicht das Ziel, sondern vielmehr das Regime in Peking.
Nur das Regime hat die Macht, die aktuelle diplomatische Dynamik dahingehend zu verändern, dass Khartum gezwungen wird, die Schutztruppen einzulassen, die den Opfern des fortlaufenden Genozids Schutz gewähren. Weder die Olympischen Spiele noch ihre Teilnehmer sind das Ziel, sondern China.
Worin bestehen die entscheidenden Anfangsaufgaben?
Es gibt hier eine gewaltige Bandbreite kreativer Befürworter und verschiedene Kompetenzen und Energien, die eingesetzt werden können: sprachliche Fähigkeiten, das Internet, der Kommunikationsbereich, Grafikdesign, Schreiben von Anträgen, organisatorisches. Was passiert beispielsweise, wenn 1000 Studenten und Fürsprecher vor der chinesischen Botschaft in Washington, DC protestieren, indem sie mit Bannern, Plakaten und T-Shirts Chinas Mittäterschaft im Darfur-Genozid deklarieren? Was passiert, wenn solche Demonstrationen weitergehen und weiterwachsen und auch vor den chinesischen Botschaften in anderen Ländern stattfinden? Was passiert, wenn chinesische Diplomaten und Politiker überall---überall---wohin sie reisen auf diejenigen stoßen, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, jedes Zusammentreffen dieser Art als Gelegenheit zu nutzen, auf Chinas Rolle im Darfur-Genozid hinzuweisen?
Aufstrebende oder erfahrene Dokumentarfilmer können aus dem reichen Fundus der Fotografie und Videografie schöpfen, um Kurzfilme zu machen, die die Tradition der Olympischen Spiele, den Darfur-Genozid und die Rolle Chinas aufzeigen. Es wäre allerdings unangemessen, Filmmaterial der Olympischen Spiele von 1936, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland stattfanden, als Präzedenzfall für den Darfur-Genozid hinzuzuziehen. Die Möglichkeiten für Grafiker, die Fotografie und andere Quellen einbinden, sind schier endlos. Alles kann zur Vermittlung der entscheidenden Nachricht dienen, von PDF-Dateien in guter Qualität bis hin zu Autoaufklebern, Postern, T-Shirts und Kaffeebechern.
Übersetzen spielt eine Schlüsselrolle: es darf keine amerikanische oder westliche Kampagne sein. China muss den Druck der öffentlichen Demütigung von überall her spüren. Diejenigen mit fortgeschrittenen Sprachkenntnissen---französischen, spanischen, arabischen, chinesischen, japanischen, koreanischen, suaheli, deutschen, italienischen, russischen, ungarischen, tschechischen oder anderen---sollten damit anfangen, diese Fertigkeiten für Übersetzungen von Schlüsseltexten aus dem Englischen und für Vorschläge für Anträge zu nutzen. Diejenigen mit Kontakten zu anderen Ländern sollten mit dem Networking anfangen, um an so vielen internationalen Fronten wie nur möglich Präsenz zu zeigen. Menschenrechte in China (http://www.hrichina.org/public/index) könnte als Organisation über das Potenzial verfügen, die Sachlage in China selbst zum Thema zu machen. Andere Mittel, die Kampagne direkt nach Peking zu bringen, sind ebenfalls vorhanden.
Briefeschreiben und Kampagnen, die das Internationale Olympische Komitee (http://www.olympic.org/uk/index_uk.asp) darauf aufmerksam machen, die fürchterliche Schande Chinas---den Darfur-Genozid zu fördern und Olympia auszurichten---werden sicherlich zur Kenntnis genommen werden. Ähnliche Kampagnen, die Sponsoren aus der Industrie drängen, ihren Einfluss geltend zu machen, könnten sich auch als effektiv erweisen: das ist die Phase, in der Sponsorenvereinbarungen mit Großunternehmen ausgearbeitet werden.
Um erfolgreich zu sein, muss die Kampagne wie ein Virus funktionieren: sie muss wirksam, kreativ, konzentriert und unkontrollierbar sein. Sie muss von jeder noch so mannigfaltigen Möglichkeit Gebrauch machen, die das Zeitalter der elektronischen Kommunikation bereitstellt (ich werde Links auf meiner Website www.sudanreeves.org für besonders hilfreiche oder kreative Bestrebungen zur Verfügung stellen). China muss dazu gezwungen werden zu sehen, dass es nur eine Wahl hat: entweder macht es seinen Einfluss auf Khartum geltend und erreicht somit das Einverständnis des Regimes für den Einsatz der UN-Friedenstruppen---wie in der Resolution 1706 des Sicherheitsrats beschlossen---oder es wird zur Zielscheibe der größten internationalen Demütigungskampagne der Geschichte. China muss begreifen, dass es keine dritte Option, keinen „dritten Weg“ gibt.
Das Fehlen effektiver Aktionen und Initiativen spornt Khartums umbarmherzige Génocidaires nur noch mehr an. Auch trotz der deutlichen Präsenz und der Mächtigkeit der amerikanischen Bewegung, die sich für Darfur einsetzt und trotz des enormen und daraus folgenden Erfolgs der Amerika-geführten Rückzugskampagne, muss der Druck noch erheblich verschärft werden. Andere europäische Firmen könnten dem Beispiel der Firmen Siemens in Deutschland und ABB AG in der Schweiz folgen: beide haben erst kürzlich den Handel mit dem Sudan eingestellt, wie es in einer national erfolgreichen Rückzugskampagne eingefordert worden war. Ein solcher fortwährender Verlust des europäischen kommerziellen Kapitalinvestments lenkt sicherlich auch die Aufmerksamkeit der Führung der Nationalen Islamischen Front auf sich. Aber diese Verluste müssen angereichert werden mit dem diplomatischen Druck Chinas, Khartums dominantem wirtschaftlichen Partner und militärischem Alleserlauber, das sich in diplomatischer Hinsicht dadurch standhaft hinter den Sudan stellt.
Die Aufgabe ist gewaltig, aber absolut ausführbar angesichts der moralischen Leidenschaft und kreativen Energien, die frei werden in der Gemeinschaft derjenigen, die sich für Darfur einsetzen. Möge die Kampagne beginnen!
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Einige haben Gliederungspunkte für Chinas Komplizenschaft im Darfur-Genozid vorgeschlagen:
CHINA, AUSRICHTER DER OLYMPISCHEN SPIELE 2008 IST MITSCHULDIG AM DARFUR-GENOZID:
HAT ZIVILISTEN IN DARFUR IHREM SCHICKSAL ÜBERLASSEN
• China weigert sich der Resolution 1706 (August 2006) des UN-Sicherheitsrats beizukommen und setzt so die internationale Unterstützung für eine dringend benötigte Friedensmission in Darfur aufs Spiel.
HAT DAS KHARTUM REGIME UNTERSTÜTZT
• China hat wiederholt und unkritisch die Machtansprüche Khartums auf nationale Vorherrschaft unterstützt und das Regime zur Missachtung der Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft ermutigt.
HAT DIE GRÄUELTATEN IM GANZEN SUDAN IGNORIERT
• Um an die Ölvorräte des Sudans zu kommen, ignoriert China schon seit Jahren massive Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten, die Khartum im gesamten Sudan verübt.
HAT WAFFEN GELIEFERT
• China ist schon seit einem Jahrzehnt und länger Khartums führender Waffenlieferant; viele dieser Waffen werden in Darfur eingesetzt.
HAT DEN GENOZID ZUGELASSEN
• China hat diplomatische Signale gesendet, die in ihrer halbherzigen Art Khartum nur darin bestärken, den massenmörderischen Gegenaufstand in Darfur zu Ende zu kämpfen, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen.
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ES WIRD ZEIT FÜR CHINA, KHARTUM UNTER DRUCK ZU SETZEN, DEN GENOZID ZU BEENDEN
• Es ist Zeit für China anzuerkennen, dass es kein legitimer Ausrichter der Olympischen Spiele 2008 und gleichzeitig Mittäter in der genozidartigen Zerstörung in Darfur sein kann. China muss seinen enormen Einfluss auf Khartum geltend machen, Khartums Einverständnis für den Einsatz internationaler Truppen zu erzwingen, die dazu im Stande sind Zivilisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Darfur und im Osten des Tschads zu beschützen.
• Wenn sich China weigert, wird sich Peking mit einer noch nie dagewesenen, standhaften, unaufhaltbaren Demütigungskampagne konfrontiert sehen---mit einer Kampagne, die eine unerträgliche Schmach für jede Komplizenschaft im Völkermord bedeutet.
„Präsident Hu Jintaos Geschäftsreise nach Khartum begreifen“ (auf Englisch):
http://www.sudantribune.com/spip.php?article20115
http://www.sudanreeves.org/Article151.html
Artikel über “Genozid-Olympia“ (auf Englisch):
http://www.sudantribune.com/spip.php?article19956
http://www.sudanreeves.org/Article142.html

















